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Upanishaden – die Essenz der Veden

In dieser Blog-Serie widmen wir uns bedeutenden Quelltexten des Yoga. Wir gehen in chronologischer Reihenfolge vor und beginnen dementsprechend mit den Upanishaden. Es folgen Bhagavadgita, Yogasutra und Hatha Yoga Pradipika. Die Blog-Beiträge stellen nach einer kurzen Einführung ausgewählte Aspekte des jeweiligen Werkes in den Vordergrund, die uns in unserer Yogapraxis und im Alltag begleiten können.

Woher kommen die Upanishaden?

Die Upanishaden sind eine Sammlung von Texten aus dem 5. und 4. Jahrhundert vor Christus und gehören zu den spätvedischen Texten (Vedanta). Die Veden wiederum stellen eine zunächst mündlich überlieferte und später niedergeschriebene Sammlung von Hymnen, Liedern und rituellen Hinweisen im Hinduismus dar. Hierzu sollten die Veden und damit auch die Upanishaden nicht rein religiös betrachtet werden, vielmehr bieten sie philosophische Impulse und Anregungen für alle Menschen, unabhängig von Kultur und Konfession – ebenso wie Yoga.

Die Upanishaden wurden in Europa unter anderem durch Arthur Schopenhauer bekannt. Schopenhauer sagte über den Text: „Es ist die belohnendeste und erhabendeste Lektüre, die … auf der Welt möglich ist …“. Eine gute deutsche Übersetzung mit nachgeschalteten Kommentaren bietet Walter Slajes „Upanischaden – Arkanum des Veda“.

Der Ursprung des Wissens

Der Sanskrit-Begriff „Upanishad“ bedeutet im Deutschen so viel wie „nahe sitzen bei“. Das nahe Sitzen bei der Lehrperson ist hiermit gemeint und beschreibt den Lernprozess aus früheren Zeiten. Denn zu Beginn, noch vor der schriftlichen Überlieferung, stand die mündliche Überlieferung, die direkte Weitergabe von Wissen durch die Lehrperson an den Schüler oder die Schülerin.

Die Upanishaden enthalten die Essenz der Veden und das darin enthaltene Wissen reicht weit zurück, bis hin zu den Ursprüngen der yogischen Weisheitslehren. Inhaltlich werden zeitlose Werte und Erkenntnisse thematisiert, die in einer schwungvollen Sprache vermittelt werden, welche Herz und Intuition anspricht. Es geht um das, was die Welt im Innersten zusammenhält, um es mit Goethes Worten auszudrücken.

Die Upanishaden im modernen Yoga

Wo finden wir die Upanishaden im heutigen Yoga wieder? Hier gibt es zahlreiche Beispiele. Das Mantra „saha na vavatu“ wird traditionellerweise zu Beginn und am Ende des Unterrichts oder der Weitervermittlung von Wissen rezitiert. Es thematisiert gute Bedingungen für den Unterricht und das Lernen. Daneben bilden die Upanishaden die Grundlage für die Samkhya-Philosophie, welche Mikro- und Makrokosmos in verschiedene Elemente einteilt, deren Wechselwirkung beleuchtet und seinerseits Ursprung von Yoga und Ayurveda ist.

Das Mantra Om in den Upanishaden

In den Upanishaden tauchen zahlreiche zentrale Konzepte und Begriffe auf, darunter auch das Mantra „Om“. Die Silbe „Om“ steht in unserer heutigen Zeit fast schon exemplarisch für Yoga. Om ist ein Wortsymbol, welches das Wissen aus den Upanishaden in einer hochverdichteten Form repräsentiert. Om ist Symbol für das nicht zu Benennende, was in der Meditation erfahren werden möchte.

So ham – unser Platz in der Welt

Ein weiteres zentrales Mantra ist „so ham“. So ham setzt sich aus den beiden Silben sah und aham zusammen. Sah bedeutet „er“ oder „es“ und aham bedeutet „ich“. Die Bedeutung von so ham ist also „Es bin ich“. Auch hier wird die Verbindung zwischen Mikrokosmos und Makrokosmos – oder anders ausgedrückt: zwischen Individualseele und Weltenseele – thematisiert. So ham drückt aus, dass wir alle ein Teil der Welt sind und nicht allein existieren (können). Ein Thema, über das es Wert ist zu reflektieren, besonders in Zeiten wie diesen.

Upanishaden als Inspiration

Wir können hier lediglich einen kurzen Einblick in die umfassende und tiefgründige Textsammlung der Upanishaden geben. Dieses Werk bietet genug Inhalte, um sich ein ganzes Leben lang damit zu beschäftigen. Wir finden darin Inspiration, Trost, Zuversicht und Anregungen für unseren eigenen Yogaweg und den Yogaunterricht.

Solche Texte erschließen sich durch die wiederholte Auseinandersetzung und durch den Austausch, was im Rahmen des Yogaunterrichts und der Yogalehrausbildung erfolgen kann. Im nächsten Blog-Beitrag widmen wir uns der Bhagavadgita und betrachten einige der gängigen Ungereimtheiten in der Interpretation dieses Textes kritisch.

Melanie Klingler und Jürgen Slisch, Gelnhausen, 25.04.2022.

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